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Salina Raurica: Neue Stadt am Rhein

Tafel 9

entwickelt und realisiert durch Stiftung Öko-Job

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Wie alles begann

2001 wurde unter dem Namen „Salina-Raurica“ ein langfristiges Planungsprojekt des Kantons Basel-Landschaft gestartet. Am Rheinufer wird ein Stadtteil mit Wohnungen und Arbeitsplätzen entstehen. Das Projekt bildet die grösste Siedlungs- und Infrastrukturerweiterung der Region Basel.

Mit dem Projekt Salina-Raurica soll der Brückenschlag zwischen den Rheinsalinen im Westen und den römischen Fundstätten im Osten gelingen. Sieger des ausgeschriebenen Wettbewerbs wurde das Zürcher Team a.e.v.i. Die Vorgaben für die Bebauungsstruktur, für die Nutzungsverteilung und für das Verkehrsnetz sind in ihrem Vorschlag ideal gelöst:

grosszügige Grünzonen sind integriert der langgezogene Rhein-Park zwischen Rheinufer und neuer Rheinstrasse schafft attraktive Wohn- und Geschäftsadressen der Längi-Park zwischen neuem S-Bahnhof und Rheinstrasse wird zum öffentlichen Raum der Rand-Park markiert die Gebietsgrenze entlang der Autobahn.

Urzeit

Vor etwa 210 Millionen Jahren bestanden die nördliche Schweiz und Süddeutschland aus einem grossen ausgedehnten Tiefland mit flachen Hügeln und Senken, die vorübergehend zu Seen wurden, aber bald wieder austrockneten. In dieser Landschaft lebten Plateosaurier, deren Reste in der Tongrube Gruhalde in Frick gefunden wurden.  Sie waren die Vorfahren der späteren grossen Dinosaurier.

Ein bei Pratteln ausgegrabener Mammut-Schädel bestätigt hier frühe Spuren von Leben. Aus der Steinzeit gibt es ansonsten nur wenige altpaläolithische Einzelfunde, die zudem nicht genau datierbar
sind. Das älteste Objekt (120 000 bis 300 000 Jahre alt) ist ein aus Silex (Feuerstein) gearbeiteter Faustkeil, der in Pratteln gefunden wurde. Er ist 181 mm lang und 1 126 g schwer. Das Allzweckgerät
diente zum Spalten, Hacken, Schaben und Schneiden. Es ist das älteste Werkzeug der Schweiz.

Römerzeit in Augusta Raurica

Jahrzehntelange Ausgrabungen und Auswertungen zeigen uns ein Bild des römischen Lebens in der Region. Die im Jahr 44 v. Chr. gegrün-dete Colonia Raurica ist die älteste römische Kolonie am Rhein. Der Ort entwickelte sich zu einem Zentrum antiker Kultur mit Foren, Theatern, Thermen und Tempeln. Es entstand auch ein Gewerbegürtel im Süden der Stadt mit Schmiedewerkstätten, Grosstöpfereien usw. Nach Zerstörungen im 3. Jahrhundert n. Chr. durch kriegerische Ereignisse errichtete das römische Militär ein mächtiges Kastell beim heutigen Kaiseraugst am Rhein. Im frühen Mittelalter entstand daraus eine Siedlung, die für einige Zeit Bischofssitz der Region war. Im 7. bis 8. Jahrhundert begann der Aufstieg des rheinabwärts gelegenen Basels.

Die ehemalige blühende römische Koloniestadt Augusta Raurica wurde zu einem kleinen Fischerdorf - das heutige Kaiseraugst.


Salz für die ganze Schweiz

Vor 200 Millionen Jahren stand die Region Basel, ja ganz Mittel-Europa unter Wasser. Das Meer um Basel war flach und endete im Süden in einer Lagune. Das Wasser verdunstete und ein grosses Salzfeld entstand, das heute in einer Tiefe von 100 bis 300 Metern liegt.

Der deutsche Hofrat Otto von Glenck entdeckte 1836 nach zahlreichen Bohrungen in Pratteln die auch heute noch genutzten Salzfelder. Die erste Förderanlage wurde aufgebaut und „Schweizerhalle“ getauft. Mit den Gewinnen aus dem Salzverkauf konnte der noch junge Kanton Basel-Landschaft 60 Jahre lang seine Staatsausgaben decken und bis 1892 brauchten die Kantonsbürger erst noch keine Steuern zu zahlen.

1909 gründeten die Salinen Riburg, Rheinfelden und Schweizerhalle die Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen AG. Heute werden in den zwei Salinen Schweizerhalle BL und Riburg AG rund 400'000 Tonnen Siedesalz produziert und die ganze Schweiz mit allen Salzprodukten versorgt.

Zukunft: Meile am Rhein

Die neue Bebauung Salina-Raurica ändert die Siedlungsstruktur und schafft neue Schwerpunkte. Der Kanton Basel-Landschaft wird mit diesem Projekt seiner hervorragenden Bedeutung als Wirtschafts-standort und als Wohnkanton mit qualitativ hochstehenden Bauzonen gerecht.

Das neue Quartier wird von seinen Grünräumen aus geplant. Die neuen Nutzungen bedingen aber eine stärkere Anbindung an das Bestehende. Der Mehrverkehr muss berücksichtigt werden. Die bebaubaren Zonen werden in kleinere Quartiere gegliedert. Dienst-leistungsnutzungen sind nahe am öffentlichen Verkehr entlang der Rheinstrasse, am Längi-Park und an der S-Bahn-Station angeordnet.

Luftaufnahme des Models «Salina-Raurica»



Rhein-Park am Ufer



Längi-Park vor dem S-Bahnhof




Ausblick

Entschieden ist die Planung Salina Raurica heute noch nicht. Der Entwicklungsplan hat informellen Charakter und muss politisch noch beschlossen werden. Dazu braucht es die üblichen Verfahren für einen kantonalen Spezialrichtplan. Erst anschliessend werden die kommunalen Zonen- und Quartierpläne der Gemeinden ausgearbeitet. Die Realisierung wird sich dann über rund 20 Jahre erstrecken.

Inzwischen ist ein öffentliches Vernehmlassungsverfahren eingeleitet worden (Stand Frühjahr 2006). Mit ersten Realisierungen ist nicht vor 2009 zu rechnen.

Übrigens...

170 ha Totalfläche der Planung Salina-Raurica
70 ha Gemeinde Augst
100 ha Gemeinde Pratteln

Für den öffentlichen Verkehr wird die S-Bahn-Station Längi gebaut (Die Sation heisst offiziell Salina Raurica). Die Rheinstrasse wird neu landeinwärts verlegt.

Der Endausbau von Salina-Raurica umfasst:
• 8000 Arbeitsplätze
• 1600 Einwohner

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