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Rheinsaline: Salz, das Gold der Schweiz

Tafel 8

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Wie alles begann

«18. Mai 1836: Erstmals Steinsalz erbohrt.» lautet der denkwürdige Handeintrag im Bohrjournal. Nach 17 erfolglosen Bohrversuchen wurde die Hartnäckigkeit von Carl Christian Friedrich Glenck (1779 -1845) belohnt. Der Salzfund gelang seinen Mitarbeitern beim Roten Haus am Rhein bei Muttenz in 107 Metern Tiefe. Zu verdanken war dies dem Basler Geologieprofessor Peter Merian, der 1821 in einer Publikation auf die Möglichkeit von Salzvorkommen am Rhein östlich von Basel hingewiesen hatte.

Bereits ein Jahr nach der Entdeckung des Steinsalzes wurde die Saline, bestehend aus drei Siedhäusern, einer Schmiede und dem Pumpenhaus, feierlich eingeweiht. Sie erhielt den Namen Schweizer-hall - die zur Schweiz gehörende «Hall», das keltische Wort für Salz und Saline.

Dank den Salzsteuern, dem so genannten Salzregal, die dem Kanton Basel-Landschaft seit 1837 permanent zuflossen, konnte der junge Kanton wirtschaftlich überleben. Die Einnahmen aus dem Salzregal reichten aus, dass auf die Erhebung einer Staatssteuer bis weit ins 19. Jahrhundert verzichtet wurde.

Für die chemische Industrie ist Salz ein wichtiges Rohprodukt. Es ist daher nicht erstaunlich, dass sich die Schweizer Chemieunternehmen in Pratteln ansiedelten. Die «Schweizerhall» (heutige «Schweizer-halle») entwickelte sich zur Geburtstätte der chemischen Industrie der Region Basel. 1909 erfolgte die Vereinigung von Schweizerhalle mit den Konkurrenz-Salinen im Aargau zu den Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen.

Europa - ein Muschelkalkmeer

Vor rund 200 Millionen Jahren, in der Trias-Zeit, bedeckte ein warmes, flaches Binnenmeer Mitteleuropa. In diesem Meer lebten Korallen, Muscheln, Seelilien und ans Salzwasser angepasste Reptilien wie beispielsweise der Pflasterzahnsaurier (Placodontia). Mehrfache Wechsel zwischen Verlandung und Meereseinbrüchen des Urmeers Thetys liessen im sogenannten Salzpfannenstadium durch Verdunstung Gips und Steinsalz entstehen.

Salzablagerungen in der Schweiz

Die Salzablagerungen des Muschelkalk-Meeres, die später durch Sedimente überlagert wurden, erstrecken sich in der Schweiz vom zentralen Mittelland bis in die Westschweiz. In der Region Basel liegen die Salzlager 100 - 300 m und im Raum Neuenburg maximal bis
3 000 m unter der Erdoberfläche. Die Salzschicht ist 10 - 50 m mächtig.

Das Leben während der Trias

So könnte die Landschaft in der Triaszeit in unserer Gegend ausgesehen haben: In der Pflanzenwelt dominieren Farne, Ginkgos und Nadelhölzer. Das Klima war damals im Vergleich zu heute wärmer und trockener. Ceratiten, eine Untergruppe der Ammoniten, sind begehrte Versteinerungen, die von Fossiliensammlern in den Schichten der Trias gesucht werden.

Im nahe gelegenen Frick gefundene Skelettteile von Plateaosauriern beweisen, dass in der heutigen Umgebung von Pratteln die ersten Dinosaurier lebten. Sie waren kleinere Vorfahren der Dinosaurier, die in der auf die Trias folgenden Jura- und Kreidezeit lebten.

Die Funktion eines Bohrturms

 

Das 17 Meter hohe Bohrhaus diente zunächst dem Betrieb der Bohreinrichtung und dem Ein- und Ausbau des Bohrgestänges. Für den nachfolgenden Soleförderbetrieb wurde das Bohrloch verrohrt. Auf der Höhe der grundwasserführenden Schicht wurde das Rohr perforiert. So konnte das Grundwasser zum Steinsalz gelangen.

Um die Sole (Salzwasser) aus grosser Tiefe zu pumpen, wurde Luft mit einer Mammutpumpe in die Soleleitung gepresst. Die austretende Luft riss die Sole im Steigrohr nach oben. Die Strömung war genügend stark, um die Sole mehr als 100 Meter bis in das auf dem Bohrturm sitzende Entlüftungsgefäss mitzureissen. Von dort aus gelangte die Sole in die Reservoire der Saline.


Salzförderung gestern und heute

Die ersten Förderstätten sind ausgebeutet und neue Areale mussten erschlossen werden. Seit einigen Jahren fördern die Rheinsalinen die Sole, indem sie Frischwasser unter hohem Druck in die einzelnen Kavernen pressen. Der Druck wird so hoch gewählt, dass er genügt, die gesättigte Sole durch ein Steigrohr nach oben und dann in ein Reservoir zu fördern.

Vielfältige Produkte aus Salz

Von der Gesamtproduktion macht die Verwendung als Speisesalz nur einen geringen Teil aus. Salz aus den Schweizer Rheinsalinen wird verwendet für
Sole 3%
die Landwirtschaft 6%
die Wasserenthärtung (Regeneriersalz) 7%
die menschliche Ernährung (Speisesalz) 15%
den Winterdienst (Auftausalz) 29%
Industrie und Gewerbe 40%

Aus dem Ausgangsstoff Kochsalz (NaCl) bzw dessen Bestandteilen Natrium und Chlor werden zahlreiche Produkte hergestellt. Der Salzbaum gibt uns einen Überblick über diese Vielfalt.

Ausblick

Steinsalz ist einer der wenigen Bodenschätze der Schweiz, deren Vorräte in riesigen Mengen vorhanden sind. Diese Vorkommen reichen für mehrere Jahrhunderte und machen die Schweiz für diesen Rohstoff unabhängig vom Ausland. Die Steinsalzvorkommen auf der Welt werden auf 3,7 Billionen Tonnen geschätzt und reichen noch für mehrere 1000 Jahre.

Übrigens...

Weltweit werden pro Jahr über 200 Millionen Tonnen Salz gewonnen. In der Schweiz sind es jährlich rund 400 000 Tonnen, was einem Salz-Würfel mit einer Kantenlänge von 57 Metern entspricht.

Der Körper einer erwachsenen Person enthält ungefähr 160 g Salz. Für den Stoffwechsel benötigt ein Erwachsener täglich 6 g Kochsalz.

Betriebsbesichtigung:

 

Für Schulklassen, Vereine und Privatpersonen (in Gruppen):
Museum „Salzkammer“. Geschichte, Geologie, Technik, Wirtschaft
und Literatur des „Weissen Goldes“ Salz.
Telefonische Voranmeldung vormittags unter 061 825 51 51.
http://www.saline.ch

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