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Hagenbächli: Prattelns Weg vom Dorf zur Stadt

Tafel 15

entwickelt und realisiert durch Stiftung Öko-Job

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Wie alles begann

Die Entwicklung vom Bauerndorf zum Industrieort verlief rasant. Die Industrialisierung wurde eingeleitet durch die Entdeckung der Steinsalzlager in der Rheinebene im Jahr 1836 durch den deutschen Salinen-Spezialisten Carl Christian Friedrich Glenck. Die Produktion wurde bereits 1837 aufgenommen. Heute ist die Schweizerhalle ein wichtiger Industriestandort mit grossen Chemiefirmen wie Novartis, SF-Chem und Roche. Eine Beschleunigung der industriellen
Entwicklung erfolgte durch den Ausbau des Eisenbahnverkehrs:
1854 Eröffnung der Hauenstein-Linie
1875 Eröffnung der Bözberg-Linie

Geprägt wurden die Jahre danach durch die Gründung einer Vielzahl neuer Firmen wie Buss 1893, Galvaswiss 1897, Häring 1912, Henkel 1913, SI Group (ehem. Teer AG bzw. Schenectady GmbH) 1926, Firestone 1935, Schindler 1946. Später folgten Hardwasser 1960 sowie ARA Rhein 1975. Von Betriebsschliessungen betroffen waren die Firmen Firestone (1978) und Schindler (2005). Durch den Bau der Autobahn wurde das Gemeindegebiet ab 1970 weiter verkehrsmässig erschlossen. In den letzten Jahren entstanden neue Handels-, Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe.

Pratteln ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Die Gemeinde ist mit den öffentlichen und individuellen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Der SBB-Bahnhof bietet gute Verbindungen in alle Richtungen. Ergänzt wird das Angebot durch Tram und Bus.

Verkehr

Auf den Strassen Prattelns verkehren jährlich über 30 Millionen Fahr-zeuge. Die Autobahn-Raststätte Windrose verkauft die zweitgrösste Menge an Benzin und Diesel in der Schweiz und wird von 6 bis 7 Millionen Personen pro Jahr besucht.

Heute verkehren auf der Ergolzstrecke täglich gegen 300 Züge, davon 80 Güterzüge.

Flächennutzung

Aufschlussreich ist die Flächennutzung, die die Struktur Prattelns aufzeigt. Industrie und Verkehr haben anfänglich eine entscheidende Rolle gespielt. Um 1925 wurde der erste Siedlungsplan erstelltmit dem Ziel einer Festlegung des Wohn- und Industrieraums.
Ab 1953 erfolgten weitere Anpassungen mit immer neuen Revisionen. Im Zuge des Siedlungswachstums sind in den Jahren um 1960 auch viele Wohnblöcke entstanden, vor allem in der Längi. Heute zeichnet sich klar erkennbar ein Wandel vom Industrieort zur Dienstleistungs-gemeinde ab.

Jahr

Wald

landwirtschftliche
Nutzfläche

Siedlungsfläche,
unproduktive Fläche

 

 

 

 

1952

270 ha

700 ha

100 ha

1972

275 ha

474 ha

321 ha

1994

298 ha

307 ha

465 ha

 

 

 

 

1961 erreicht Pratteln mit 10‘000 Einwohnern den Status einer Stadt und zählt seither zu den fünf grössten Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft. Der Ausländer-Anteil beträgt mehr als ein Drittel (2005).

Wirtschaftsprognosen sahen Ende der 50er-Jahre eine Bevölkerungs-zahl von rund 50‘000 Einwohnern vor. Aufgrund dieser Annahme wurde in grossem Mass neuer Wohnraum geschaffen. Nach der Hochkonjunktur folgte eine Rezession, die auch einen leichten Rückgang der Wohnbevölkerung bewirkte.

Ausblick

In der Rheinebene zwischen Schweizerhalle und Augst soll ein neuer Siedlungs-Schwerpunkt entstehen, das Projekt SALINA RAURICA. Geplant ist die Ansiedlung von Firmen aus dem Dienstleistungsbereich, aus Forschung und Entwicklung, Logistik und Gewerbe. An den Randzonen sind auch Wohnungen vorgesehen. Auf dem ehemaligen Henkel-Areal soll zudem der Erlebnis-Park RAURICA NOVA entstehen mit Büros und Anlagen zur Freizeitgestaltung.

Übrigens...

Pratteln ist der Fundort des bisher ältesten Nach-weises menschlicher Tätigkeit auf Schweizer Boden. Der 1974 ent-deckte Faustkeil ist min-destens 300'000 Jahre alt.

Christoph Hagenbach war von 1625 bis 1668 Pfarrer in Pratteln. Er liess den Fachwerkbau am Rand des Rebbergs erstellen. Das Haus diente als Studierzimmer. Darin verfasste der Pfarrer seine Predigten.

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