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Der "Butz" ein uralter Prattler Heischezug

 

neuer Text ab 2012

Pratteln ist der einzige Ort in der Schweiz, an dem sich dieser uralte, wohl noch in die vorreformatorische Zeit zurückreichende Heische- bzw. Bettel-Zug dieser Art bis in unsere Zeit erhalten hat. Ueber die Herkunft dieses Brauches gibt es verschiedene Versionen. Die wichtigste Gestalt, die dem Zug auch den Namen gibt, ist der Butz.

Am Samstagmorgen vor der Fasnacht startet der 'Butz' aus einer Scheune im Rumpel zu einem Rundgang durch das Dorf.

Der mit Tannenbäumchen und bunten Stoffbändern geschmückte, vierrädrige Wagen wird von zwei „zweibeinigen Pferdchen “ gezogen, welche vom schwarz gekleideten Fuhrmann Peitschen schwingend dirigiert werden.

Im Wagen thront der dickbäuchige Butz , auch Bacchus genannt. Er hütet das mitgeführte Weinfass. Die Figur des Butz erinnert einerseits an die Gestalt aus einem Totenbrauch, anderseits an den römischen Weingott Bacchus. Darum erscheint er heute als Puppe in bäuerlicher Kleidung und man sieht ihm an, dass ihm der Prattler Rebensaft mundet!

Seine Begleiter, der Küfer mit Hammer und Stitze, der angriffige Tännlimaa , der geniesserische Schnägglimaa und der irreführende Chärtlimaa wirken nach dem Spruch:

Wie alt bekannt, so soll der 'Butz',
auch dieses Jahr haben einen Sprutz.
Drum sind die Leute sehr gebeten
nur einen guten Schluck zu geben.
Und wer keinen solchen hat,
der gibt halt einfach Rapp, Rapp, Rapp.

Zu den Figuren gehören auch der Tell im Hirtenhemd mit der obligaten Armbrust, sowie das Eierwybli . Dieses verwahrt die erbettelten Eier sicher in seinem an den Arm gehängten Korb.

Der skurrile Dr. Eisenbart mit seiner Bauchladen-Apotheke preist seine Wunderheilungen an:

Ich bin der Doktor Eisenbart,
kurier die Leut' nach meiner Art
Kann machen, dass die Lahmen sehn
und die Blinden wieder gehn.

Früher wurde der Butz ausschliesslich von Männern, Konfirmierten oder Stellungspflichtigen, sog. Stäcklibuebe, vorgeführt. Heute sind vermehrt auch Jugendliche weiblichen Geschlechts unter den Masken anzutreffen.

 

Hombläser und Chläpperer sind neu wieder dabei. Sie blasen den Rhythmus des Heischeverses:

Sit alter Zyt, me weiss es scho,
sell dr Butz en Stutz becho.
Ut re mi, ut re mi,
gib is au öppis do dri !

 

Der Erlös aus dem Heischen geht zu zwei Drittel an die Jugendlichen und ein Drittel an die Brauchtumspflege .

 

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